Der Energiebedarf von Klärwerken ist immens: Die rund 10.000 abwassertechnischen Anlagen in Deutschland verbrauchen pro Jahr etwa 4.400 Gigawattstunden Strom und emittieren rund drei Millionen Tonnen CO2. Die Verbesserung der Energieeffizienz in der Abwasserentsorgung ist deshalb ein wichtiger Hebel, um das Ziel einer klimafreundlichen und nachhaltigen Wasserwirtschaft zu erreichen.

Mit ihrem "Water2Energy"-Dienstleistungsportfolio will die Veolia Wasser GmbH dazu beitragen, die Energieautonomie von Abwasserentsorgungsbetrieben zu stärken. Dabei setzt die deutsche Tochtergesellschaft der französischen Veolia-Gruppe auf die Senkung des Energieverbrauchs sowie auf die Erhöhung der Energieproduktion vor Ort aus regenerativen Quellen. Hier spielt Biogas eine Schlüsselrolle: Bei der Abwasserbehandlung werden organische Bestandteile des Klärschlamms durch anaerobe Prozesse in Biogas umgewandelt, das einen Methan-Gehalt von bis zu 60 Prozent aufweist. Dieses Biogas wird für die Erzeugung von Strom und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung) in Blockheizkraftwerken (BHKW) verwendet. Die Biogasmenge lässt sich durch die sogenannte Co-Gärung erhöhen. Dabei werden dem Klärschlamm weitere organische Substanzen, beispielsweise Fette, Speiseabfälle oder landwirtschaftliche Abfälle, hinzugefügt.

Produziert ein Klärwerk mindestens so viel Energie, wie es für den Betrieb benötigt, spricht man von Energie-Autarkie. Dieses Ziel wurde mithilfe des Water2Energy-Programms in den Kläranlagen in Gera und Braunschweig erreicht. Die Kläranlage in Gera (Kapazität: 200.000 Einwohnergleichwerte) versorgt sich seit 2011 selbst mit Strom und Wärme. Auch die Abwasserentsorgung in Braunschweig läuft energie-autark. Betreiber des Klärwerks Steinhof, das täglich etwa 52.000 Kubikmeter Abwasser reinigt, ist die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH, eine Tochtergesellschaft von Veolia. Die Kläranlage deckt ihren Strombedarf zu 100 Prozent selbst. Dies wurde durch die Installation hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ermöglicht sowie durch die Biogas-Gewinnung vor Ort, die dem Blockheizkraftwerk zugutekommt. Dort wird zur Erzeugung von Strom und Wärme ein Mischgas eingesetzt; seine wesentlichen Komponenten sind das Faulgas der Kläranlage, Gas aus einer nahegelegenen Deponie sowie Gas aus der Bioabfallvergärung.

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