Auf den Straßen rund um den Globus wird es immer enger zugehen, denn in den nächsten Jahrzehnten ist mit einer starken Expansion des Verkehrssektors zu rechnen. Gemessen an Passagierkilometern wird sich die globale Verkehrsleistung zwischen 2015 und 2050 voraussichtlich mehr als verdoppeln; im selben Zeitraum wird sich das Frachtaufkommen wahrscheinlich verdreifachen. Der Fahrzeugbestand dürfte 2050 bei rund 2,4 Milliarden liegen – 2015 wurden eine Milliarde Fahrzeuge gezählt.

In puncto Klimaschutz sind die Aussichten alarmierend: Ohne Gegensteuern könnten sich die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors bis 2050 um bis zu 60 Prozent erhöhen. Eine solche Entwicklung wäre ein Rückschlag für den Klimaschutz. Aktuell stellt der Verkehrssektor einen Anteil von 24 Prozent am weltweiten CO2-Ausstoß.

Die Zunahme des Verkehrs, insbesondere des Straßenverkehrs, schadet nicht nur dem Klima: Feinstaub, Stickstoffoxide und Verkehrslärm gefährden die Gesundheit der Menschen, vor allem in den Städten. Weltweit verursachen Luftschadstoffe pro Jahr den Tod von über 3,5 Millionen Menschen. 

Neue Technologien, verknüpft mit einer weiteren Digitalisierung des Verkehrssektors, bieten die Chance, Mobilität klimaverträglich und umweltfreundlich zu gestalten. „Der technologische Fortschrift kann bis 2050 rund 70 Prozent der möglichen CO2-Reduktion liefern. Weitere Reduktionen verlangen eine neue Herangehensweise an die Mobilität. In diesem Bereich gibt es noch viel Spielraum. Wir müssen sehr viel stärker über Dinge wie ‚shared mobility‘, veränderte Logistikketten und sogar neue Verkehrsträger nachdenken“, unterstreicht ITF-Generalsekretär José Viegas. 

Bei der nachhaltigen Umgestaltung des Verkehrssektors ist ein integrierter Ansatz aus Verkehrsvermeidung, Verlagerung von Verkehr auf umweltschonende Verkehrsmittel und die Erhöhung der Effizienz erforderlich, um den Ausstoß zu reduzieren. Das Ziel ist, mit einer nachhaltigen Raum- und Stadtentwicklung den Verkehrssektor so zu gestalten, dass die individuelle Mobilität von Menschen und Gütern gewährleistet ist – und zwar ohne zwangsläufige Zunahme des motorisierten Straßenverkehrs. Diese Herausforderungen bilden die zentralen Handlungsfelder des Leitmarktes Nachhaltige Mobilität, die in vier Marktsegmenten abgebildet werden.

Das Marktsegment Alternative Antriebstechnologien umfasst Elektroantriebe, Hybridantriebe und Brennstoffzellenantriebe (siehe Abbildung). Durch die Marktdurchdringung beziehungsweise Weiterentwicklung dieser Antriebsarten als Alternative zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren wird die Dekarbonisierung des Verkehrssektors vorangetrieben und die Abhängigkeit von Öl-basierten Kraftstoffen reduziert. Demselben Ziel dienen die Technologielinien des Marktsegments Erneuerbare Kraftstoffe.

Um die CO2-Emissionen des Verkehrssektors zu minimieren, müssen gleichzeitig Verbrennungsmotoren effizienter werden. Die entsprechenden Produkte und Technologien bietet das Marktsegment Technologien zur Effizienzsteigerung.

Im Marktsegment Verkehrsinfrastruktur und Verkehrssteuerung werden durch innovative Maßnahmen und Technologien mobilitätsbedingte Emissionen reduziert. Eine wichtige Rolle kommt hier intelligenten Verkehrskonzepten zu, die einzelne Verkehrsträger verknüpfen.

Marktsegmente und wesentliche Technologielinien

Marktsegmente und wesentliche Technologielinien im Leitmarkt Nachhaltige Mobilität