Der Begriff Green Economy beschreibt eine innovationsorientierte Volkswirtschaft, die ökologische Risiken begrenzt und wirtschaftliche Chancen nutzt. Die Entwicklung vom Status quo hin zur Green Economy wird als Grüne Transformation bezeichnet. Der Begriff der Transformation bedeutet Umwandlung beziehungsweise Umformung. Das heißt, es geht um tiefgreifende, strukturelle Veränderungen, nicht um oberflächliche Anpassungsmaßnahmen. Das Konzept einer Transformation lässt sich auch auf die Ebene der Unternehmen übertragen. Sie haben einen zentralen Part bei der Annäherung an das Leitbild einer kohlenstoffarmen und ressourceneffizienten Green Economy. Um diese Schlüsselrolle ausfüllen zu können, müssen Unternehmen sich auf einen Transformationspfad begeben. In diesem Kontext meint Transformation eine bewusste Entscheidung zu einer zielgerichteten und grundlegen den Veränderung. Ansatzpunkte sind die wesentlichen Dimensionen des Unternehmens: Führung und Verhalten der Mitarbeiter, Strukturen und Prozesse sowie die Positionierung am Markt.

Dieses Kapitel betrachtet verschiedene Facetten der Transformation. Im Fokus steht zunächst der Transformationsprozess, der den GreenTech-Unternehmen durch die Digitalisierung abverlangt wird. Danach wird anhand von Fallbeispielen beleuchtet, wie Unternehmen aus klassischen Branchen die Herausforderung der Grünen Transformation meistern.

Die digitale Transformation in der GreenTech-Branche

Die Digitalisierung eröffnet den deutschen Unter nehmen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz vielfältige Chancen, ihre Positionierung im Wettbewerb durch Innovationen ihrer Produkte und ihrer internen Prozesse zu verbessern. Andererseits riskieren Unter nehmen, die den Megatrend Digitalisierung ignorieren, dass digitalaffine Konkurrenten ihnen Marktanteile ab jagen. Es wird also Gewinner und Verlierer der digitalen Transformation geben. Darum müssen Unternehmen sich proaktiv mit der digitalen Transformation auseinander setzen. Ein erster Schritt dabei ist die Ermittlung der „digitalen Readiness": In welchem Maß sind die Unternehmen für die digitale Transformation bereit?

Die Ausgangslage der Unternehmen in den GreenTech- Leitmärkten wurde anhand der vier Kriterien Gründungsaktivitäten, Anwendung digitaler Technologien, Vorhandensein von digitalen Systemen und Innovationsdynamik ermittelt. Auf Basis einer qualitativen Einschätzung dieser vier Kriterien wurde für jeden Leitmarkt der Grad der digitalen Readiness auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent errechnet.

Digitale Readiness der sechs Leitmärkte der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz in Deutschland und Bewertungskriterien

Bewertung der Digitalisierung durch die Unternehmen

Die Eigenwahrnehmung und die Außensicht können durchaus voneinander abweichen. Im Rahmen der Unternehmensbefragung war deshalb ein wichtiger Aspekt, wie die GreenTech-Akteure selbst die Digitalisierung bewerten und wahrnehmen. Eine Fragestellung bezog sich dabei auf den Einfluss der Digitalisierung auf die verschiedenen Wertschöpfungsstufen. Grundsätzlich erwarten Unternehmen eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit, verbesserte Kenntnisse über Märkte und Kunden sowie neue Service- und Kooperationsmöglichkeiten. Allerdings sehen die befragten Unter nehmen insbesondere im Bereich der Entwicklung von energieeffizienten und ressourcenschonenden Produkten, Verfahren und Dienstleistungen keinen hohen Einfluss der Digitalisierung.

Die GreenTech-Akteure wurden befragt, wie sie die Herausforderungen der Digitalisierung einschätzen. Dabei sollten sie den Grad der Zustimmung zu vorgegebenen Thesen angeben. Es hat sich gezeigt, dass die meisten befragten Unternehmen die Datensicherheit sowie den zunehmenden Innovationsdruck als die größten Herausforderungen betrachten. Der Großteil der Unternehmen sieht in der Digitalisierung keine Bedrohung des eigenen Geschäftsmodells.

Einfluss der Digitalisierung auf die einzelnen Bereiche der Wertschöpfungskette
Auswirkungen der Digitalisierung aus Sicht der GreenTech-Unternehmen