Die Digitalisierung wird den Expansionskurs der GreenTech-Branche weiter beschleunigen: So kann die Umwelttechnik und Ressourceneffizienz im Jahr 2025 mit einem zusätzlichen Marktvolumen von mehr als 20 Milliarden Euro rechnen. Digitale Daten, Automatisierung, digitale Kundenschnittstellen und Vernetzung verstärken Investitionen in „grüne" Produkte, Verfahren und Dienstleistungen, die maßgeblich Umweltbelastungen vermeiden oder vermindern: Allein in Deutschland wird die digitale Transformation der Umwelttechnik im Jahr 2025 rund 50 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ersparen.

Vor allem fünf digitale Systeme haben große Relevanz innerhalb der GreenTech-Branche und ein erhebliches Umweltentlastungspotenzial: Connected Energy, Building Information Network, Industrie 4.0, Urban Connected Mobility und Smart Grid.

Damit die Unternehmen der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz von der digitalen Transformation profitieren, müssen sie sich aber den neuen Spielregeln anpassen, die der Übergang ins digitale Zeitalter mit sich bringt: Neue disruptive Geschäftsmodelle verdrängen alte Geschäftsmodelle; traditionelle Unternehmensstrukturen werden flexibler; virtuelle Plattformen diktieren ein verändertes Marktdesign; neue Wettbewerber treten in die Stufen der Wert schöpfungskette ein; der Netzwerkeffekt etabliert sich als neuer Wettbewerbsvorteil.

Die vier Hebel der digitalen Transformation

Die vier Hebel der digitalen Transformation und Anwendungsbeispiele

Die digitale Transformation im Überblick

„Megatrends sind gewaltige Verschiebungen, die unsere Gesellschaft wirklich verändern." So erklärt John Naisbitt, der intellektuelle Vater des Megatrend-Konzepts, was kurzlebig gehypte Begriffe und Megatrends unterscheidet. Zu dieser Kategorie werden Phänomene wie Klimawandel, Globalisierung, demografischer Wandel, Urbanisierung sowie Digitalisierung gezählt. Diese – sich wechselseitig beeinflussenden – Entwicklungen werden nicht nur die Welt von heute prägen, sondern auch die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen künftiger Generationen. Insofern beeinflussen Megatrends auch maßgeblich das Umfeld von Unternehmen.

Die Digitalisierung gilt als Megatrend und Innovationstreiber. Sie betrifft alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensbereiche. Auf allen Stufen der Wert schöpfungskette treffen Unternehmen auf vernetzte Systeme und arbeiten mit Tools und Praktiken, die auf Informations- und Kommunikationstechnologie basieren. Damit wandelt sich deren Rolle: Digitale Techniken sind nicht länger rein unterstützende Werkzeuge, sondern verändern Geschäftsmodelle und Prozesse von Unternehmen grundlegend. Der digitale Wandel betrifft – wenn auch in unterschiedlicher Intensität – alle Branchen und Unternehmen, ob Konzerne oder Mittelständler. Wie tiefgreifend die Auswirkungen der Digitalisierung sein können, zeigt sich an Pionierbranchen wie Medien (Bedeutungsverlust der Printmedien), Musikindustrie (volldigitalisierte Produkte und Vertriebswege) oder Einzelhandel (Online-Shopping).

Derzeit finden sich in der einschlägigen Literatur noch keine verbindlichen Definitionen, was genau unter dem Label der digitalen Transformation zu fassen ist. Den Ausführungen auf den nächsten Seiten liegt folgendes Verständnis zugrunde: „Digitale Transformation verstehen wir als durchgängige Vernetzung aller Wirtschaftsbereiche und als Anpassung der Akteure an die neuen Gegebenheiten der digitalen Ökonomie. Entscheidungen in vernetzten Systemen umfassen Datenaustausch und -analyse, Berechnung und Bewertung von Optionen sowie Initiierung von Handlungen und Einleitung von Konsequenzen. Diese neuen Werkzeuge werden viele etablierte Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsprozesse grundlegend verändern."